Der homöopathische Arzt

Die Homöopathie kann weit mehr als nur akute Beschwerden schonend lindern. Ein erfahrener Therapeut kann mit homöopathischen Mitteln auch schwere oder chronische Erkrankungen heilen.

Dazu muss er sich ein umfassendes Bild Ihrer körperlichen und seelischen Verfassung machen. Dafür wird er nicht nur den Krankheitsverlauf erfragen, sondern auch Ihren Lebensweg und persönliche Eigenheiten. Zum Erfassen all der Informationen dient zu Beginn die ausführliche homöopathische Erstanamnese, die sich über circa zwei Stunden erstreckt.  Nach homöopathischer Analyse erhalten Sie dann ein homöopathisches Medikament. In drei bis siebenwöchigen Abständen erfolgen dann für meist ein Jahr 30-60 Minuten andauernde Folgegespräche (-Behandlungen). Diese Folgegespräche sind für den langfristig erfolgreichen Verlauf einer Behandlung sehr wichtig.
Die Selbstbeobachtung und das Schildern der individuellen Empfindungen des Patienten (z.B. bei einem Schmerz) sind dabei Voraussetzung. Die üblichen Diagnosebezeichnungen sind hilfreich um die Prognose und den Sinn einer homöopathischen Behandlung abzuschätzen, treten jedoch bei der Mittelwahl in den Hintergrund.
Auch sind die gesamten Lebensumstände, wie z.B. Ess- und Schlafgewohnheiten, Reaktionen auf Klima und Temperatur und psychische Befindlichkeiten entscheidend für die Behandlung. Wichtig sind auch diejenigen Bedingungen oder Umstände, die eine Beschwerde verschlimmern oder verringern (sog. “Modalitäten”). Weiterhin ist festzustellen, ob Heilungshindernisse vorliegen.
Der Therapeut sucht dann nach einem Mittel, das Ihrem Organismus den entscheidenden Impuls gibt, wieder ins Gleichgewicht zu kommen und so die Krankheit anhaltend und sanft zu besiegen.

Meistens werden dazu Hochpotenzen eingesetzt. Diese sollten nur von einem erfahrenen Spezialisten ausgewählt werden. Homöopathische Mittel haben zwar selten Nebenwirkungen, doch nur der richtige Impuls kann heilen.
Ziel ist es, die gesamte Gesundheitslage auf körperlicher, emotionaler und geistiger Ebene anhaltend zu verbessern. Es geht nicht darum, ein Symptom möglichst schnell “wegzuzaubern”. So kommt es sogar oft zu Reaktionen, die für eine Weile ausgehalten werden müssen. Oft geht es dann dem Kranken besser als zuvor.

Die Erkrankung ist nur die Spitze des Eisbergs – die zugrunde liegende Störung ist viel komplexer. Deshalb werden Körper, Geist und Seele gleichzeitig behandelt.